Haushalt 2026/2027 - Klare Handschrift der CDU-Fraktion

22.05.2026

Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Alsdorf hat in der Ratssitzung 21. Mai 2026 dem Doppelhaushalt 2026/2027 zugestimmt. Die Zustimmung erfolgt gemeinsam mit SPD und FBA nach intensiven Beratungen, die seit Januar 2026 andauerten – mit Klausurtagungen, Workshops, umfangreichen Austauschen mit der Kämmerei und wochenlangen interfraktionellen Gesprächen. Die CDU-Fraktion verbindet ihre Zustimmung mit einem klaren Erwartungshorizont an Verwaltung und Bürgermeister und hat im Rahmen des gemeinsamen Änderungsantrags eine Reihe zentraler Maßnahmen durchgesetzt.

Die Lage: Ernst, aber ehrlich
Der Haushalt 2026/2027 steht unter schwierigen Vorzeichen. Das strukturelle Defizit der Stadt Alsdorf beläuft sich nach intensiver Konsolidierung auf 87 Millionen Euro für die Jahre 2026 bis 2030. Das Eigenkapital der Stadt, das Ende 2024 noch 36,24 Millionen Euro betrug, wird ohne entschiedenes Gegensteuern in wenigen Jahren vollständig aufgezehrt sein. Der Haushalt ist formal ausgeglichen – aber er kauft der Stadt Zeit, keine strukturelle Gesundheit.

Die Ursachen liegen nicht im Investitionshaushalt, sondern in den strukturellen Ausgaben: dramatisch gestiegene Jugendhilfekosten – von 414 Fällen im Jahr 2015 auf 736 im Jahr 2025, mit einem Zuschussbedarf von fast 19,5 Millionen Euro in 2026 –, massiv gestiegene Kosten im Bereich des Asylbewerberleistungsgesetzes von über 5 Millionen Euro, Tarifabschlüsse, steigende Zinsen und explodierende Bau- und Energiekosten. Hinzu kommen gesetzliche Pflichtaufgaben wie der Kita-Ausbau, neue Schulkapazitäten und der Bau der Realschule Annagelände.

Die CDU-Fraktion betont: Die föderale Finanzarchitektur in Deutschland ist aus den Fugen geraten. Das kommunale Finanzierungsdefizit 2024 war bundesweit mit minus 24,3 Milliarden Euro das schlechteste jemals gemessene. In NRW allein betrug das Defizit 2025 rund 9,3 Milliarden Euro. Das Konnexitätsprinzip – wer bestellt, bezahlt – muss endlich auf allen Ebenen gelten.

Ausdrücklich anerkannt wird die Unterstützung des Landes NRW: Mit dem Altschuldenentlastungsgesetz übernimmt das Land 24,28 Millionen Euro an Liquiditätskrediten in Alsdorf, was rund 400.000 Euro weniger Zinsbelastung pro Jahr bedeutet. Mit dem NRW-Plan für gute Infrastruktur spart Alsdorf jährlich 1,29 Millionen Euro an Abschreibungen und Zinsen. Die Landesregierung entlastet den städtischen Haushalt damit um insgesamt rund 1,69 Millionen Euro jährlich – ein substanzieller Beitrag, den die CDU-Fraktion ausdrücklich würdigt.

Die Steuererhöhungen: Drei Ursachen, eine Erklärung
Die Grundsteuer B steigt von 1.018 auf 1.240 Prozent – ein Anstieg von 222 Prozentpunkten, der drei völlig unterschiedliche Ursachen hat und den die CDU-Fraktion den Bürgerinnen und Bürgern transparent erläutert:

102 Punkte entfallen auf die Korrektur eines Fehlers des Finanzamts: Bei den Haldengrundstücken Noppenberg und Anna wurden die Messbescheide zunächst zu hoch angesetzt und dann korrigiert. Das führte zu einem Ertragsausfall von 1,16 Millionen Euro – ohne dass die Stadt auch nur einen Cent mehr eingenommen hätte. Diese Korrektur muss ausgeglichen werden.

94 Punkte entfallen auf den gestiegenen Finanzbedarf des Eigenbetriebs Technische Dienste: Tariferhöhungen, gestiegene Bewirtschaftungskosten und ein jahrelanger Sanierungsstau haben einen Mehrbedarf von rund 1,1 Millionen Euro jährlich erzeugt. Dieser Teil trägt unter anderem dazu bei, dass Straßen in Alsdorf weiter saniert werden können.

26 Punkte entfallen auf die Gründung der Future Mobility Park Gesellschaft – einem interkommunalen Gewerbegebiet gemeinsam mit Aldenhoven, Baesweiler, Linnich, dem Kreis Düren und der Städteregion Aachen. Das 25-Jahres-Projekt mit einem Gesamtvolumen von rund 317 Millionen Euro ist eine Investition in die wirtschaftliche Zukunft der Stadt und soll langfristig neue Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen generieren.

Was dieser Haushalt für Alsdorf möglich macht
Trotz der angespannten Finanzlage investiert die Stadt Alsdorf mit diesem Haushalt in Infrastruktur, Bildung und öffentliche Daseinsvorsorge. Zu den zentralen Investitionsmaßnahmen zählen:

  • 3,5 Millionen Euro für das neue Feuerwehrgerätehaus Hoengen
  • Fertigstellung der neuen Realschule auf dem Annagelände
  • Ausbau und Sanierung der Marienschule sowie Sanierung des Daches der Gesamtschule
  • Erweiterungsbau der Katholischen Grundschule Begau
  • Sanierung der Kita Biberburg
  • Straßensanierungen und -ausbauten
  • Abenteuer- und Bauspielplatz Hüttenhausen 
  • Erweiterung Sportplatz Warden
  • Ausbau der Jakobstraße sowie neue Straßenbeleuchtungskörper im Stadtgebiet
  • Futterhaus Tierpark
  • Sanierung von Friedhofswegen
  • Neues Tanklöschfahrzeug

Die CDU-Handschrift: Unsere Maßnahmen für Alsdorf
Im gemeinsamen Änderungsantrag mit SPD und FBA hat die CDU-Fraktion folgende Schwerpunkte gesetzt:

Spielplätze und sichere Wege: 200.000 Euro fließen in die Attraktivierung und Mängelbeseitigung der 40 Spiel- und Bolzplätze im Stadtgebiet – mit neuen Geräten, generationsübergreifenden Angeboten und unter Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Ergänzend werden 75.000 Euro für verkehrsberuhigende Maßnahmen an allen Spielplätzen eingesetzt – Schwellen, Poller und Beschilderung. Das Konzept liegt fertig vor und wird nun umgesetzt.

Innenstadt und Sicherheit: 50.000 Euro gehen in die Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Sicherheit in der Innenstadt – Hochbeete, Sitzmöbel und bessere Beleuchtung an Bahnhofstraße, Denkmalplatz und Zentralparkplatz. Zwei neue Stellen im Außendienst des Ordnungsamts stärken die Präsenz und das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum.

Sport: 75.000 Euro für eine Outdoor-Sportanlage im Planbereich C, analog zur erfolgreichen Anlage im Annapark. Für den Sportplatz Ofden wird die Prüfung einer Weiterentwicklung zum Kunstrasen angestoßen – mit dem Potenzial, die Nutzungszeit von 800 auf bis zu 2.500 Stunden jährlich zu steigern.

Digitalisierung: 50.000 Euro für ein digitales Bürger- und Planungsportal mit Planungskarte und Mängelmelder – nach dem Vorbild der Stadt Aachen, die eine vergleichbare Plattform seit 2022 erfolgreich betreibt.

Seniorenlotsen: Aufbau eines stadtweiten Netzwerks ehrenamtlicher Seniorenlotsen in Kooperation mit der StädteRegion Aachen – damit kein älterer Mensch in Alsdorf allein vor der Frage steht, wo er Hilfe bekommt. Kostenneutral für den Haushalt.

Strukturkommission: Einrichtung einer Kommission aus Politik und Verwaltung, die alle städtischen Ausgabenpositionen sowie die Beteiligungsunternehmen ganzjährig und systematisch auf den Prüfstand stellt – mit einem verbindlichen Verfahren für künftige Investitionsentscheidungen.

Klarer Appell und klare Erwartungen
Die Zustimmung der CDU-Fraktion ist ausdrücklich kein Freifahrtschein. Bis zum nächsten Haushalt 2028 erwartet die CDU-Fraktion, dass jede Ausgabenposition der Stadt systematisch hinterfragt wird – gemeinsam von Verwaltung, Politik und Bürgerschaft. Die Strukturkommission ist der Beginn eines Prozesses, den die CDU-Fraktion aktiv begleiten und einfordern wird.

An die übrigen Fraktionen richtet die CDU-Fraktion einen klaren Appell: Wer ablehnt, muss eine konkrete Alternative benennen. Der Vorschlag der Grünen, die Gewerbesteuer statt der Grundsteuer zu erhöhen, überzeugt nicht: Von jedem Euro Gewerbesteuer verbleiben nach Umlagen und Finanzausgleich lediglich 19,7 Prozent in der Stadtkasse. Der kalkulierte Nettomehrertrag würde das Haushaltsproblem nicht lösen – und Alsdorf mit einem Hebesatz von 599 Punkten weit über alle unmittelbaren Nachbarkommunen heben. Das wäre ein direktes Ansiedlungshemmnis, ausgerechnet in dem Moment, in dem der Future Mobility Park gegründet wird.

Die AfD-Fraktion hat als einzige Fraktion keinen Fragenkatalog eingereicht, keine konstruktiven Anträge mit konkreten Deckungsvorschlägen gestellt und den Haushalt schon abgelehnt, noch bevor auch nur eine Zahl veröffentlicht war. Ein Antrag, der die Prüfung freiwilliger Leistungen in politisch ausgewählten Bereichen fordert, ohne einen einzigen konkreten Euro zu benennen, ist kein Haushaltsbeitrag – das ist ein politisches Flugblatt. Die CDU-Fraktion hat stattdessen eine Strukturkommission beantragt, die alles prüft. Nicht ideologisch. Sondern systematisch.

 

CDU-Fraktion stimmt dem Haushalt zu
Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Alsdorf stimmt dem Haushalt 2026/2027 zu – nicht weil es eine leichte Entscheidung wäre, sondern weil es die richtige ist. Steuererhöhungen mitzutragen, die Bürgerinnen und Bürger belasten, fällt nicht leicht. Das wissen die Mitglieder der CDU-Fraktion – als Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt, die dieselben Abgaben zahlen und dieselben Belastungen spüren. Monatelange Arbeit, unzählige Stunden im Ehrenamt, ein intensiver Fragenkatalog, eine Haushaltsklausur, wochenlange Verhandlungen – all das hat die CDU-Fraktion investiert, um diesen Haushalt so bürgerfreundlich wie möglich zu gestalten und ihre Handschrift sichtbar einzubringen. Das Ergebnis liegt heute vor: konkrete Maßnahmen für Spielplätze, Innenstadt, Sport, Digitalisierung und Senioren – und ein Strukturprozess, der die Grundlage legen soll, damit künftige Haushalte nicht immer wieder an denselben Stellen scheitern.

Verantwortung zu übernehmen bedeutet manchmal, Entscheidungen zu treffen, die man sich anders gewünscht hätte. Es bedeutet, standzuhalten, wenn es unbequem wird – und trotzdem zu gestalten, statt nur zu verwalten. Die CDU-Fraktion stellt sich dieser Verantwortung. Für eine Stadt, die es wert ist, dass wir uns für sie einsetzen. Für Alsdorf.